Eine Reihe von Personen - Frauen und Männer - bestreiten ihr Leben mit einem kleinen Budget. Die verheirateten unter ihnen arbeiten parallel zu ihren Partnern; es kommen also zwei Löhne zusammen. Alle reden positiv über ihre Arbeit, erfahren Selbstwirksamkeit und Resonanz in ihrem Tun und sind nicht wider Willen engagiert. Klagen sind keine zu hören; alle erzählen selbstbewusst und detailliert, dass und wie sie - zum Teil schon in ihrer Jugend - gelernt hätten, mit wenig Geld den Alltag zu gestalten.
Eine Auskunft gebende Witwe mit einer Rente leicht unterhalb der offiziellen Armutsgrenze musste auf einen Wohnort mit günstigen Mieten ausweichen. Weil sie ihr überschaubares Vermögen frühzeitig an ihre Kinder weitergereicht hat, entfallen Ansprüche auf Ergänzungsleistungen. Sie stellt dies ohne Bedauern einfach fest.
Doch
- zwei Personen erzählen, sie würden vermutlich nicht arbeiten, wären sie finanziell besser gebettet
- zwei andere konstatieren, dass sie ihren jetzigen Lebensstil oder den Wohnort verlassen müssten, fiele das derzeit erzielte Einkommen weg
Die materielle Situation der Frauen in der untersuchten Gruppe ist erwartungsgemäss beengter als diejenige der Männer.
5. September 2025
Elisabeth Michel-Alder